Canon EOS 450D
Kurzbeschreibung
Unter dem Motto “Let’s play” brachte Canon im Januar 2008 die nunmehr vierte Generation seines Mittelklasse-Modells auf den Markt. Diese Kamera – wie Ihre Vorgänger auch – richtet sicht an ambitionierte Hobby-Fotografen. Das Preisniveau hat die Kamera “massentauglich” gemacht. Ihre Vorgänger – insbesondere die 300D aus dem Jahr 2003 und die 350D aus dem Jahr 2005 – haben jeweils Meilensteine in diese Preis-Leistungssegment setzen können. Entsprechend groß waren die Erwartungen an die 450D. DSLR-Test.DE hat die Kamera genau unter die Lupe genommen, um zu sehen, ob Canon die Erfolgsstory auch diesmal fortsetzen konnte.
Bildqualität
Seit der EOS 300D hat Canon bei jeder Fortentwicklung 2 Megapixel beim Sensor draufgepackt. So auch diesmal. Der Käufer kann Bilder mit bis zu 12,2 Megapixeln aufnehmen. Das entspricht einer maximalen Bildauflösung von 4.272 x 2.848 Pixeln. Bei gleicher Sensor-Größe hat sich die Pixel-Dichte damit noch einmal erhöht. Dies ist technisch gesehen nicht ganz unkritisch, da sich eine erhöhte Pixel-Dichte auch schnell negativ auf die Aufnahmeleistung, wie z.B. verstärktes Bildrauschen, auswirken kann. Canon hat jedoch auch hier wieder einmal Maßstäbe gesetzt. Die Auflösung ist einzigartig. Das mitgelieferte 18-55mm Standard-Kit-Objektiv reizt das Auflösungsvermögen des Sensors jedoch nicht voll aus. Erst mit hochwertigen Objektiven, z.B. aus Canons L-Serie, lässt sich das Optimum aus dem Sensor rausholen: Ein knackig scharfes Bild. Pixel für Pixel.
Canon hat der 450D zudem den aktuellen DIGIC III Prozessor spendiert, der die Sensor-Daten im 14-Bit Farbtiefe pro Farbkanal verarbeiten kann. Dies erhöht die theoretische Anzahl möglicher Tonwerte, eine bei Kameras im Vergleich zum menschlichen Auge stets knappe Ressource.
Auch was das Rauschverhalten angeht, wird der Käufer nicht enttäuscht. Geringes Rauschen – auch bei hohen ISO Zahlen – war seit je her Canons Stärke. Aufgrund der bereits erwähnten hohen Pixel-Dichte auf dem Sensor, waren wir bei diesem Punkte besonders skeptisch. Aber auch hier hat Canon es geschafft, die hohe Auflösung mit einem im Vergleich zum Vorgänger unterm Strich noch besseren Rauschverhalten zu kombinieren.
Bei der Belichtung macht die interne Belichtungsmessung einen guten Job. Allein bei schwierigen Aufnahmesituationen neigt die Kamera tendenziell zur Überbelichtung. Die Kamera verfügt zwar über eine “Automatische Belichtungsoptimierung”, doch die konnte uns nicht so recht überzeugen.
Als Zwischenfazit lässt sich festhalten, dass Canon bei der Bildqualität ordentlich zugelegt hat. Canon will offensichtlich beim drohenden Preiskamp in diesem Segment die Flucht nach vorn antreten, und mit Leistungen punkten, die man bislang nur im oberen Preissegment gefunden hat. Für den Kunden ist diese Entwicklung natürlich ideal, Canon muss nur aufpassen, dass Sie der 40D damit nicht das Wasser abgräbt, denn in einigen Punkten schneidet die 40D im Vergleich zur 450D nicht besser ab.
Geschwindigkeit
Die Kamera ist schnell. Das merkt man sowohl beim Einschalten als auch beim Auslösen. Nach nur ca, 0,7 Sekunden ist die Kamera aufnahmebereit. Die Auslöseverzögerung beträgt lediglich knappe 0,3 Sekunden. Und Hobby-Sport-Fotografen wird es freuen, dass die Kamera bis zu 3,5 Bilder pro Sekunde aufnimmt. Der neue Prozessor trägt das Seinige dazu bei, dass die großen Datenmengen auch schnell verarbeitet und gespeichert werden. All das ist heutzutage nicht selbstverständlich, packen die Hersteller doch immer mehr Features in die Kamera-Software, die dadurch immer größer und komplexer wird.
Ausstattung
Wer Wert auf eine Unmenge an Features legt, ist bei Canon richtig. Die wichtigsten seien hier genannt.
Ins Auge sticht das neue 3 Zoll Display. Dieses ermöglicht mit seinen 230.000 Pixeln eine gute Schärfekontrolle und unterstützt den LiveView Modus, der ebenfalls neu ist. Diesen nutzt man unserer Erfahrung nach jedoch weit seltener als z.B. digitalen Kompaktkameras. Bei sog. “Stills”, Makroaufnahmen oder ungewöhnlichen Aufnahmesituationen macht er jedoch Sinn. Wer weiterhin lieber durch den Sucher schaut, wird aber auch hier positiv überrascht. Dieser hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell nochmal deutlich verbessert. Auch die aktuelle ISO Einstellung wird nun endlich im Sucher angezeigt. Vorbei also die Zeiten, in denen man sich über die geringen Auslösezeiten freute bis man bemerkt hat, dass noch eine hohe ISO-Zahl vom Vorabend eingestellt war.
Die Kamera lässt den Nutzer sog. “Pictures Styles” wählen. Bei diesen Programmen gibt die Kamera ein paar Grundeinstellungen vor, wie z.B. den Verlauf der Tonwertkurve oder die Farbsättigung. Auch Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind damit möglich. Wer jedoch seine Bilder ohnehin einer digitalen Nachbearbeitung unterzieht, wird die Kamera auf “Standard” stehen lassen und die Details später selbst z.B. in Adobe Photoshop bearbeiten.
Endlich vorhanden ist nun auch die Spot-Belichtungsmessung, bei der nur die 4% in der Mitte des Sensors bei der Belichtungsmessung zu Grunde gelegt werden. Gerade bei der Belichtung versagen Digitalkameras mit Ihren Heuristiken zu häufig, so dass dies ein wichtiges Feature ist, um die richtige Belichtung zu steuern.
Einen Trend, den wir nicht gerade mit Freude verfolgen, ist der Trend zur “Minituarisierung”, sprich der Kamera-Body wird immer kleiner. Damit liegt die Kamera aber nicht besser in der Hand. Im Gegenteil. Der kleine Finger greift auch wie bei der 400D ins Leere. Wer mal die Gelegenheit bekommt, eine 300D in die Hand zu nehmen, sollte das mal tun. Zwischen den Gehäusen liegen Welten. Ein Batteriegriff ist empfehlenswert, nicht wegen der zusätzlichen Energie (diese bräuchte die Kamera aufgrund des leistungsstärkeren Akkus nicht zwingend) aber wegen der Besserung “Hand”habung.
Besonderheiten
Canon vollzieht mit der 450D einen Paradigmenwechsel bei der Speicherkarte und wechselt von dem verbreiteten Compact Flash Form Faktor auf SD Karten. Damit will Canon nach eigenen Angaben Um- und Aufsteigern das Wechseln leichter machen, da überlicherweise die digitalen Kompaktkameras ebenfalls SD Karten nutzen. Der auf den ersten Blick fragwürdige Wechsel hat aber auch für alle anderen Vorteile: In den gängigen Netbooks und Notebooks sind häufig SD-Kartenleser, aber selten CF-Kartenleser vorhanden. Ein zusätzlicher Kartenleser entfällt somit.
Fazit
Die Kamera überzeugt in allen Dimensionen. Vor allem bei der Bildqualität punktet die 450D. Mit den richtigen Objektiven ausgerüstet gelingt hier fast schon der Schritt in die Oberliga. Wem die Kamera nicht gut genug in der Hand liegt, empfehlen wir den optionalen Batteriegriff. Die Kamera richtet sich an alle, die sich langfristig vorstellen können, sich intensiver mit der Fotografie auseinanderzusetzen. Aufgrund der Leistungsdaten, wird man lange Freude an der Kamera haben.
Bewertung
| Bildqualität | 8 / 10 |
| Ausstattung | 7 / 10 |
| Ergonomie/Haptik | 8 / 10 |
| Geschwindigkeit | 9 / 10 |
| Gesamt | 8 / 10 |
Technische Daten
| Sensor | |
| Typ/Größe | CMOS / 22,2 x 14,8 mm |
| Auflösung | 4.272 x 2.848 Pixel (eff. 12,2 Megapixel) |
| Seitenverhältnis | 3:2 |
| Brennweitenfaktor (Crop-Faktor) | 1,6 |
| Automatische Reinigung | Vorhanden |
| Aufnahme | |
| Anzahl AF-Sensoren insg./ davon Kreuzsensoren |
9/1 |
| Verschlusszeiten | 1/4000–30s |
| Blitzsynchronzeit | 1/200s |
| Belichtungsmessung | Mehrfeldmessung (mit beliebigem AF-Messfeld verknüpfbar), Selektivmessung in Suchermitte (ca. 9 % des Gesichtsfeldes), Spotmessung (ca. 4 % des Gesichtsfeldes), Mittenbetonte Integralmessung |
| Belichtungskorrektur | +/- 2 Blendenstufen |
| ISO-Manuell / ISO-Auto | 100-1600 / 100-800 |
| Weißabgleich | Automatisch, Messung, Voreinstellungen, Farbtemperatur |
| Video-Funktion | Nicht vorhanden |
| Ausstattung | |
| Bajonett | EF/EF-S |
| Display Größe / Auflösung | 3,0-Zoll-TFT / ca. 230.000 Bildpunkte |
| Liveview | Vorhanden |
| Leitzahl interner Blitz | 13 |
| Schnittstellen | USB 2.0 Hi-Speed (Mini-B) Videoausgang (PAL/NTSC) |
| Speichermedium | SD-Karte, SDHC-Karte |
| Abmessungen (BxHxT in cm) | 128,8 x 97,5 x 61,9 mm |
| Gewicht Gehäuse | 475g |
| Geschwindigkeit | |
| Einschaltzeit | 0,4s |
| Auslöseverzögerung | 0,3s |
| Bilder pro Sekunde | max. 3,5 |




uli
29. Okt, 2009
Hallo Tom,
vielen Dank für den detaillierten Bericht!