Canon EOS 600D

Kurzbeschreibung

Mittlerweile ist ziemlich genau ein Jahr vergangen, seit sich die Canon EOS 550D aufgemacht hat, neue Maßstäbe im Bereich der digitalen Spiegelreflex-kameras zu setzten. Als jetzt mit der EOS 600D ihr Nachfolger auf den Markt gebracht wurde, konnte es nicht überraschen, dass die Erwartungen entsprechend hoch waren. Doch kann die 600D diesen hohen Ansprüchen gerecht werden? Wir sind dieser Frage nachgegangen.

Bildqualität

Die Technik der 600D wurde beinahe komplett von ihrem Vorgänger übernommen. Sie nutzt daher auch den gleichen CMOS Sensor, der schon in der 550D im Einsatz war. Der Sensor hat 18 Megapixel zu bieten und konnte vor einem Jahr schon voll überzeugen. Die Auflösung von maximal 5.184 × 3.456 Pixeln ist dabei ebenso geblieben wie die ausgezeichnete Bildqualität. Der Bildprozessor der 600D ist ebenfalls ein alter Bekannter. Mit dem DIGIC-IV bringt Canon einen Prozessor zum Einsatz, der bereits im Jahre 2008 das Licht der Welt erblickte und seither in den meisten Modellen des Herstellers verwendet wurde.

Die Bilder weisen daher weiter eine ausgezeichnete Qualität auf und sind gestochen scharf. Eine leichte Verbesserung stellt sich beim Rauschverhalten ein. Die 600D hat es geschafft, noch rauscharmer als ihr Vorgänger zu werden und zeigt erst bei einem recht hohen ISO-Wert erste Anzeichen von Rauschen. Mit einem Kontrastumfang von über neun Blendenstufen, den die 600D bis zu ISO 1.600 konstant halten kann, zeigt sich die Kamera ebenfalls von ihrer besten Seite.

Da kann es auch nicht sonderlich überraschen, dass sich in der 600D auch das gleiche Belichtungsmesssystem findet, das auch schon bei der 550D überzeugen konnte. Das iFCL AE-Messsystem stammt ursprünglich aus Canons 7D, der Kamera, die im semiprofessionellen Bereich große Erfolge feiern konnte. Und auch in der 600D lässt die Belichtung keine Wünsche offen und schafft es zu überzeugen.

Geschwindigkeit

Nachdem die Kamera eingeschaltet wurde, vergehen nur wenige Sekundenbruchteile, bis sie betriebsbereit ist. Will man allerdings die Geschwindigkeit beim eigentlichen Fotografieren messen, muss man zunächst unterscheiden, in welchem Modus die Kamera betrieben wird. Verwendet der Benutzer den Live-View-Modus, der das Bild vor dem Auslösen auf dem Display präsentiert, muss er sich ein wenig gedulden. Bis die Kamera hier die nötige Scharfstellung des Motivs vorgenommen hat, vergehen immerhin gute drei Sekunden. Praktischerweise bietet die 600D hier allerdings auch einen Quick-Modus, der in der Lage ist, die Wartezeit um ungefähr die Hälfte zu verkürzen. Wem das immer noch zu lange dauert, der kann die Kamera natürlich auch im klassischen Betrieb nutzen und sein Motiv durch den Sucher betrachten. Denn dabei ist von einer langen Wartezeit nichts zu merken und die 600D kann mit Geschwindigkeit punkten.

Wer darüber hinaus Bilder in Serie aufnehmen möchte, bekommt bei der 600D die Möglichkeit, 3,7 Bilder pro Sekunde zu fotografieren. Im Vergleich dazu lag ihr Vorgänger, die 550D, noch bei 3,5 Bildern pro Sekunde. Hier stellt sich also eine leichte Verbesserung ein, ob sich diese im Alltag allerdings wirklich bemerkbar macht, darf bezweifelt werden.

Ausstattung

Die wohl größte und im wahrsten Sinne des Wortes herausragendste Neuerung zur 550D ist das Display der 600D. Dieses sitzt nun nicht mehr fest in seiner Position, sondern kann nun auf Wunsch nach außen geklappt werden. Im ausgeklappten Zustand kann es um zwei Achsen geschwenkt werden. Ein derartiges Schwenkdisplay ist bei Camcordern schon lange Standard, war bei Fotokameras aus dem Hause Canon aber bisher nur den Modellen aus den höheren Preisregionen vorbehalten. Wie die Nähe zu den Camcordern schon vermuten lässt, erweist sich dieses Display gerade bei Videoaufnahmen als äußerst nützlich. Aber auch bei Fotoaufnahmen kann der Hobby-Fotograf durchaus von einem derart flexiblen Display profitieren. So kann beispielsweise auch aus einem etwas ungewöhnlicheren Winkel fotografiert werden, ohne dass man sich dabei auf den Boden legen oder auf einen Stuhl steigen müsste, um trotzdem vorher zu sehen, was man fotografiert.

Aber auch jenseits des Displays erweist sich die Bedienung der 600D als ausgesprochen komfortabel. Gerade Anfänger werden sich über die zahlreichen Automatik-Funktionen freuen, die dem Fotografen so manche Entscheidung abnehmen kann. Mit der sogenannten Scene Intelligent Automatik muss der Benutzer nur noch den Bildausschnitt wählen und den Auslöser betätigen, den gesamten Rest übernimmt die Kamera selbstständig. Bewegt sich das gewünschte Motiv, kann die 600D auf Wunsch auch die Schärfe nachziehen und somit wirklich alles erledigen, was ein Bild ausmacht. Für Anfänger ist es natürlich überaus praktisch, wenn man sich voll und ganz auf das Motiv konzentrieren kann, doch auch für erfahrenere Benutzer kann es eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn es schnell gehen muss und man keine Zeit hat, lange nach den richtigen Einstellungen zu suchen.

Besonderheiten

Es mag bei einer digitalen Spiegelreflexkamera aus dem Hause Canon nicht mehr überraschen, aber natürlich besitzt auch die 600D eine hervorragende Video-Funktion. Die Kamera nimmt Videos in einer Full HD Auflösung auf und liegt dabei auf dem Niveau teurerer Kameras wie der 60D oder der 7D, die vermehrt auch in einem professionellen Umfeld als Videokamera eingesetzt wird. Auch hier besteht die Möglichkeit, der Kamera zu vertrauen und ihr alle wichtigen Einstellungen zu überlassen, wobei gesagt werden muss, dass der Auto-Fokus nicht bei der Videoaufnahme zur Verfügung steht. Das ist ein Manko, das Canon bei seiner nächsten Generation gerne in Angriff nehmen dürfte.

Die 600D bietet neben einem in die Kamera integrierten Mikrofon auch die Möglichkeit, ein externes Mikrofon anzuschließen und somit einen besseren Ton aufnehmen zu können, auch von Dingen, die sich etwas weiter von der Kamera entfernt befinden. Darüber hinaus bietet die 600D die Möglichkeit, den Ton komfortabel in 64 Stufen zu pegeln.

Fazit

Wie üblich ist die 600D wieder eine Weiterentwicklung ihres Vorgängers und bietet einige Verbesserungen. Im direkten Vergleich zur 550D hat sie aufgrund einiger kleiner Neuerungen die Nase vorn und muss auch die Konkurrenz anderer Hersteller nicht fürchten. Ob die Verbesserungen gegenüber der 550D allerdings groß genug sind, um einen zu erwartenden Preisunterschied zu rechtfertigen, bleibt fraglich und muss letzten Endes von jedem selbst beantwortet werden. Wer Wert auf die neuen Funktionen und Verbesserungen legt, kann bedenkenlos zugreifen, wer sie nicht braucht, kann zur 550D greifen und sich freuen, dass der Preis nach Erscheinen der 600D weiter fallen dürfte.

Bewertung

Bildqualität 9 / 10
Ausstattung 10 / 10
Ergonomie/Haptik 8 / 10
Geschwindigkeit 9 / 10
Gesamt 9 / 10

Technische Daten

Sensor
Typ/Größe APS-C CMOS-Sensor / 22,3 x 14,9 mm
Auflösung eff. 18 Megapixel
Seitenverhältnis 3:2
Brennweitenfaktor (Crop-Faktor) 1,6
Automatische Reinigung EOS Integrated Cleaning System
Aufnahme
Anzahl AF-Sensoren insg./
davon Kreuzsensoren
9/1
Verschlusszeiten 1/4000–30s
Blitzsynchronzeit 1/200s
Belichtungsmessung TTL-Offenblendmessung mit 63 Messsektoren
Mehrfeldmessung (mit beliebigem AF-Messfeld verknüpfbar)
Selektivmessung in Suchermitte (ca. 9 % des Gesichtsfeldes)
Spotmessung in Suchermitte (ca. 4 % des Gesichtsfeldes)
Mittenbetonte Integralmessung
Belichtungskorrektur +/- 2 Blendenstufen
ISO 100-6400 erweiterbar auf H
Weißabgleich Automatisch, Messung, Voreinstellungen, Farbtemperatur
Video-Funktion Ja
Ausstattung
Bajonett EF/EF-S
Display Größe / Auflösung 3,0-Zoll-TFT / ca. 1.040.000 Bildpunkte
Liveview Vorhanden
Leitzahl interner Blitz 13
Schnittstellen USB 2.0 Hi-Speed (Mini-B)
Videoausgang (PAL/NTSC) (in USB-Anschluss integriert),
HDMI™-mini-Ausgang (HDMI™-CEC-kompatibel),
externes Mikrofon (3,5-mm-Miniklinke, Stereo)
Speichermedium SD-Karte, SDHC-Karte oder SDXC-Karte
Abmessungen (BxHxT in cm) ca. 133,1 x 99,5 x 79,7 mm
Gewicht Gehäuse ca. 570 g
Geschwindigkeit
Einschaltzeit 0,3s
Auslöseverzögerung mit
Autofokus bei Tageslicht
0,29 s
Bilder pro Sekunde max. 3,7

 

 

Antworten