Olympus E-30

E-30_side_EZ-1454IIInteressenten begeistern, die gar nicht wissen das sie Interessenten sind, ist das Ziel von Oympus mit ihrem Topmodell E-30. Topmodell für den ambitionierten Hobbyfotografen um genau zu sein. Die neue Kamera soll dem richtigen Profimodell E-3 folgen und sich deutlich von den Qualitäten herkömmlicher Kameras absetzen. Preislich liegt die Kamera jedoch in einem Bereich, wo auch der Profifotograf ins grübeln kommt. Nicht das die Olympus E-30 noch dem eigenen Topmodell ernste Konkurrenz macht.

Bildqualität

Die Kamera überzeugt bei der Bildqualität mit einem NMOS Sensor mit 17,3 x 13 mm. Dementsprechend besitzt die Kamera eine effektive Megapixelzahl von 12,2. Bis zu ISO-Werten von 800 tritt kein Bildrauschen ein, damit wird die E-30 tatsächlich den hohen Ansprüchen gerecht und eignet sich durchaus als professionelles Modell. Auch ISO-Werte um 1600 sind durchaus noch zu nutzen, allerdings wird es ab dieser Grenze schon haarig und starkes Bildrauschen setzt ein. Die meisten Konkurrenten in der Preisklasse unter 1000 Euro würden jedoch von dieser Leistungsfähigkeit träumen. Die Auflösung der Kamera beträgt beachtlich 2465 x 2419 Linien, diese ist nahezu bis ISO 800 konstant.

Die Olympus E-30 besitzt eine spezielle Gabe, denn sie ist mit unzähligen Fotoprogrammen ausgestattet. Der Nutzer hat über einen einfachen Einstellmechanismus unzählige Möglichkeiten. Tatsächlich schafft auch der Hobbyfotograf mit den entsprechenden Einstellungen ein Bild in Spitzenqualität. Des Weiteren ist die Kamera in der Lage, aufgenommene Motive mit unterschiedlichem Weißabgleich zu simulieren. Das bedeutet, dass auf dem Display die zu erwartende Veränderung angezeigt wird. So sind keine Mehrfachaufnahmen mit unterschiedlichem Weißabgleich nötig, der zu bevorzugende Weißabgleich kann durch den Simulationsmodus zielgenau eingestellt werden.

Natürlich verfügt die Kamera über einen eingebauten Bildstabilisator, der gestochen scharfe Aufnahmen ermöglicht. Der Autofokus fixiert die Objekte mit mehreren Messpunkten an und schafft so ein gigantische Kontrastverhältnis. Das Ergebnis ist auch deutlich für den Laien zu erkennen, denn die Ränder und Schattierungen sind stark hervorgehoben. Dank der zahlreichen Einstellmöglichkeiten können die natürlich wirkenden Kontraste auch übertrieben dargestellt werden. Teilweise ergeben sich so recht amüsante Aufnahmen. Die Detailgenauigkeit der Aufnahmen ist ebenfalls brillant, dank der hohen Auflösung werden auch kleinste Details genau und scharf wiedergegeben. In Sachen Bildqualität ist die Kamera wirklich oben auf und schickt sich an den Profimodellen auf dem Markt einzuheizen.

Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit der Kamera ist mit gut zu bewerten, denn bei Serienbildaufnahmen schafft die Olympus E-30 ganze fünf Bilder pro Sekunde. Das sind zwei Bilder mehr als durchschnittliche Einsteigerkameras hinbekommen. Echte Profikameras schaffen noch etwas mehr, jedoch sollte die Aufnahmegeschwindigkeit ausreichend sein. Die Ladezeiten des Menüs sind auch nicht nennenswert, die Kamera ist nämlich schnell und in jedem Modus einsatzbereit. Etwas mehr Zeit nimmt sich die Kamera, wenn spezielle Bildprogramme wie Pop Art, Soft Fokus oder Lochkamera ausgeführt werden. Hier wird der E-30 einiges an Rechenleistung abverlangt. Das kostet entsprechend Zeit.

Ausstattung

E-30_front_EZ-1454II_Display_PopArtDie Ausstattung der Kamera ist auch als gigantisch und absolut komplett zu bezeichnen. Der bereits angesprochene Bildstabilisator ist beweglich gelagert, der Sensor wird per Ultraschall von Staub befreit. Der eingebaute Blitz ist perfekt auf die Kamera abgestimmt, dennoch lassen sich zusätzlich Studio Blitzgeräte anschließen. Das Display, welches auf der Rückseite eingelassen ist, überzeugt durch eine Bilddiagonale von 2,7 Zoll und einer Auflösung von 230000 Pixeln. Genug um als ideales Medium für den Live View zu funktionieren. Die E-30 ist in Sachen Live View auch ganz oben auf, denn Olympus hat dem Live View Stärken antrainiert, die man als Fotograf vorher nicht für möglich gehalten hat. Des Weiteren bleibt noch festzustellen, dass das Display zu verdrehen und zu verstellen ist. Bei Selbstaufnahmen kann somit eine genaue Vorschau per Live View vorgenommen werden. Die zahlreichen Fotoprogramme können den erfahrenen Nutzer schon etwas abschrecken, denn ohne viel Phantasie wirkt die Kamera damit überfrachtet. Hat man sich jedoch erstmal daran gewöhnt, wird man die Möglichkeiten vielleicht sogar schätzen lernen. Auf jeden Fall lassen sich teilweise witzige Aufnahmen erstellen.

Natürlich sind auch die verwendeten Komponenten der Kamera top. Der mit gelieferte Akku schafft eine hohe Ausdauerleistung und macht viele Bilder ohne Nachladen. Nutzt man jedoch oft die verschiedenen Fotostile, kann sich die Akkulaufzeit reduzieren. Die benötigte Rechenpower wird in Form von Akkuleistung entzogen. Schließlich sind auch alle Anschlussmöglichkeiten vorhanden, leider fehlt nur der HDMI Anschluss, der dieser Kamera ohne Zweifel sehr gut gestanden hätte. Vielleicht ergänzt diesen Olympus, wenn die Kameras in naher Zukunft mit einer Videofunktion ausgestattet werden.

Besonderheiten

Die Besonderheiten der Kamera liegen sicherlich in der umfangreichen Ausstattung und den zahlreichen Fotoapplikationen. Allerdings wäre diese Funktionen nichts, wenn die restlichen Komponenten nicht stimmen würden. Die Olympus E-30 ist eine sehr hochwertige Kamera, die auf wesentliche Bauteile und Techniken der wahren Profimodelle zurückgreift.
Besonders hervorsticht jedoch der geniale Live View. Dieser kann wahlweise mit dem sehr präzisen, jedoch langsameren, Kontrast Autofokus genutzt werden. Wenn es schnell gehen soll, schaltet die Kamera automatisch auf den nicht ganz so präzisen Phasenvergleichsautofokus um. Die Geschwindigkeit wird durch den eigenen Finger und der Durchdrückgeschwindigkeit geregelt. Insgesamt ist der Live View qualitativ der Konkurrenz etwas unterlegen, doch die zahlreichen Fotomodi machen eine Nutzung unumgänglich. Deshalb ist es erfreulich, dass der Live View bei Bedarf auch schnell arbeiten kann, denn das ist in der Regel der Kritikpunkt bei anderen Kameras. Der unpräzisere Phasenvergleichsautofokus weicht von der Qualität nicht so stark vom Kontrastautofokus ab, schlimmere Vermutungen bleiben außen vor. Bildunterschiede erkennt man mit bloßem Auge so gut wie nicht, erst bei Vergrößerungen können leichte Verschwimmungen sichtbar werden. Bei den meisten Bildern äußerst sich das ganze in einem etwas schwächerem Kontrastverhältnis.

E-30_back_GrainyFilmFazit

Mit der Olympus E-30 ist Olympus ein weiterer Meilenstein geglückt, dennoch ist zu befürchten, dass die E-30 den Modellen aus dem eigenen Haus ungewollte Konkurrenz macht. Einsteigermodelle zu günstigeren Preisen können im Interesse von Olympus gerne gegen eine E-30 eingetauscht werden. Käufer von Profikameras wie der E-3 sollten nicht verloren gehen, dass ist aber die Gefahr, denn in Sachen Bildqualität ist die E-30 wirklich nah am Optimum und kratzt deutlich am Thron etablierter Topkameras. Die umfangreiche Ausstattung schreckt möglicherweise den einen oder anderen Interessenten ab, wenn man sich jedoch darauf einlässt, wird man ganz ausgefallene Aufnahmen machen können. Teilweise hat das nämlich schon mit Kunstfotografie zu tun. Der aufgerufene Preis ist für den Einsteiger zwar happig, aber gemessen an den Leistungen fair kalkuliert.

2 Antworten an “Olympus E-30”

  1. Rulaman

    13. Jul, 2009

    Ich habe seit einigen Monaten eine E-30 und bin im Grunde sehr zufrieden mit dieser Kamera, der Ausstattung usw.
    ABER: Dass die Kamera bis ISO 800 kein Bildrauschen hat stimmt nicht.
    Ab ISO 400 ist auf allen Bildern in dunklen Bereichen ein starkes Bild- und ein noch stärkeres Farbrauschen störend erkennbar, bei ISO 800 noch mehr ausgeprägt.

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  2. tom

    24. Okt, 2010

    Die E30 hat ein paar schöne Bildeinstellungsmöglichkeiten (wie viele Cameras aus diesem Haus).
    Letzlich kommt es jedoch auf eines an: Eine gute Bildqualität und geringes Rauschen.
    Will man hier ein Top-Produkt sollte man mal mit Canon 7d oder die Nikon d300s ein paar Vergleichsaufnahmen machen.
    Der Unterschied ist enorm! Wer diesen Test macht, wird sich mit Wahrscheinlicht für einen der beiden anderen Modelle entscheiden. Diese sind zwar ca. 300 Euro teuerer, jedoch sollte dies keine Rolle spielen, wenn mann damit ein paar Jahre arbeiten will.

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