Olympus E-420
Kurzbeschreibung
Das Streben nach Flexibilität und Mobilität ist in unserer Zeit so wichtig geworden, dass die Produkte entsprechend kompakt ausgelegt werden. Vor allem werden die Elektroartikel immer kleiner und handlicher. Digitale Spiegelreflexkameras sind leider oft das Gegenteil, zwar liefern sie perfekte Bilder, passen aber nicht einfach in die Handtasche. So sind viele Hobbyfotografen von diesen Ausmaßen gehemmt und greifen lieber zu kleineren Kompaktkameras. Die Olympus E-420 räumt mit diesen Tatsachen auf, denn laut Olympus ist die E-420 die kleinste und leichteste Spiegelreflexkamera auf dem Markt.
Bildqualität
Die Bildqualität der Olympus E-420 ist für den geringen Preis wirklich gut. Mit einer Auflösung von 10 Megapixeln, spielt die Kamera zwar nicht in der ersten Liga mit, kann aber durchaus mit den etablierten Modellen im unteren und mittleren Preissegment mithalten.
Nichts desto trotz werden Aufnahmen sehr kontrastreich wiedergegeben. Automatisch profitiert die Detaildichte von diesem hohen Kontrast. Bei genauerer Betrachtung fällt aber auf, dass die Bilder etwas zu dunkel sind und einen Tick zu warm wirken. Im Menü lässt sich dieser Umstand noch etwas verbessern bzw. nachstellen, jedoch bleibt die Grundwärme irgendwie immer erhalten. Das Bildrauschen ist bei Aufnahme bei Tageslicht so gut wie nicht auszumachen. Auch im Dunkeln kann die Olympus mit ganz geringem Bildrauschen überzeugen. Dies liegt vor allem im hochwertigen und äußerst starken Blitz. Allerdings werden die Fotos erst richtig hell und ansehnlich, wenn man eine Belichtungskorrektur im Menü vornimmt. Beim Fotografieren mit Zusatzblitz werden die Stärken noch besser sichtbar, denn trotz hervorragenden eingebauten Blitzes, werden die Bilder mit Zusatzblitz deutlich heller und damit auch natürlicher.
Die Farbtreue ist beim Fotografieren auch in Ordnung, jedoch nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Hier können einige Konkurrenzmodelle besser punkten. Im Vergleich zu dem teureren E-520 Modell sind minimale unterschiede auszumachen, die leider zu Lasten der E-420 gehen. Bei hohen ISO-Werten fällt es der Kamera schwer, das Rauschen zu unterdrücken. Die Kamera hat einige Programme eingebaut, die einem die Arbeit bei der Bildaufnahme erleichtern. Je nach Einstellung fällt die Bildqualität besser oder schlechter aus. Das häufige Wechseln der Einstellungen und das herumspielen mit den zahlreichen Möglichkeiten, sorgt für professionelle Aufnahmen.
Geschwindigkeit
Die Geschwindigkeit der Olympus geht in Ordnung. Im Serienbetrieb schießt die Kamera insgesamt 3,4 Bilder in der Sekunde. Dies ist okay, aber auch bei anderen Aufnahmen macht die Kamera ihre Aufgaben gut und zügig. Beim Einschalten der Kamera genehmigt sich selbige etwa eine Sekunde bis sie wirklich betriebsbereit ist. Eine kleine subjektive Größe, die im normalen Betrieb nicht wirklich ins Gewicht fällt, nebenbei gesagt sind andere Kameras auch nicht schneller in Betrieb. Ist die Kamera noch nicht scharf gestellt, vergehen nur läppische 0,65 Sekunden bis das Bild inklusive Schärfen im Kasten ist.
Ausstattung
Die Ausstattung der Olympus E-420 ist umfangreich und komplett. Besonders praktisch ist der so genannte Live View. Hier dient das Display auf der Rückseite als Sucher. Bei schnellen Aufnahmen oder Schnappschüssen ist dieser Live View ein nützliches Extra, jedoch kann er einen richtigen Sucher nicht ersetzen. Das Display ist mit 2,7 Zoll in der Diagonalen ausreichend bemessen. Die Qualität ist auch angemessen, denn Bilder werden mit einem hohen Detailspektrum dargestellt. Das Display eignet sich damit schon als Bildbetrachtungsmedium. In Kombination mit dem Live View hat die Kamera einen Kontrast Autofokus. Dieser kompensiert die möglichen Verzerrungen des Displays bei der Aufnahme. Der Spiegel wird nach der Messung nicht mehr bewegt. Die automatische Gesichtserkennung ist sowohl beim Fotografieren über den Sucher und den Live View möglich. Schnelle Einstellungen werden damit gewährleistet. Die Kamera besitzt zusätzlich 20 spezielle Motivprogramme, diese werden zwar nicht alle benötigt, dennoch können die meisten mit guten Ergebnissen überzeugen.
Der eingebaute Bildprozessor ist mit dem der Olympus E-520 nahezu identisch. Mit 10 Megapixeln besitzt die Olympus mit Sicherheit eine Auflösung im unteren Bereich im Vergleich zur Konkurrenz, jedoch kann die Kamera als Gesamtwerk überzeugen. Etwas negativ fällt der fehlende Bildstabilisator auf. Leider werden etwas unruhigere Fotografen mit verschwommen Ergebnissen bestraft. An dieser Stelle hat Olympus wohl deutlich den Rotstift angesetzt, leider an falscher Stelle. Kompensiert wird dieses Manko nur, wenn teure Objektive mit eingebautem Stabilisator verwendet werden. Leider sprengt das den niedrigeren Einstiegspreis. Immerhin sorgt der integrierte Reinigungsmodus für staubfreie Linsen nach dem Wechsel.
Zum Lieferumfang gehört ein erfreulich starker Akku. Bei vollem Ladestand lassen sich knapp 1400 Bilder ohne zusätzliches Nachladen aufnehmen. Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen und erfreut den Nutzer im Alltagsbetrieb.
Besonderheiten
Die Besonderheiten der Kamera sind nicht innovativ, dennoch überzeugen sie beim Gesamtblick auf die Leistung der Kamera. In Sachen Handhabung hat Olympus mit der E-420 einen wahren Volltreffer gelandet.
Die Kamera ist wirklich klein und kompakt, natürlich passt sie nicht in die kleinsten Taschen, aber in Jackentaschen kann sie relativ bequem transportiert werden. Das geringe Gewicht kommt einem ebenfalls zu Gute. Beim Fotografieren ohne Stativ gibt es keine größeren Ermüdungserscheinungen durch schweres Material. Auch beim Tragen um den Hals fällt die E-420 nicht groß auf.
Der Akku ist bei den Besonderheiten ebenfalls zu erwähnen, denn das kleine Kraftpaket sorgt für zuverlässige Versorgung und lange Ausdauer. Der Live View hat sich mittlerweile bei vielen digitalen Spiegelreflexkameras durchgesetzt. Echte Fotografen sind zwar nicht so eins mit dieser Funktion, aber Einsteiger und Umsteiger freuen sich auf dieses Feature. Letztendlich lässt die Olympus einem die Wahl, was auch gut ist. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass Olympus der erste Hersteller war, der diese Funktion angeboten hat. Durch diese Pionierarbeit ist es gelungen, die aufwendige Technik auch bei besonders günstigen Produkten einsetzen zu können.
Das Menü mit den 20 Motivprogrammen und den gewohnten Einstellungsmöglichkeiten für Schärfe, Kontrast und Helligkeit wirkt etwas überfrachtet. Dennoch werden auch hier hauptsächlich unerfahrene Fotografen fündig.
Fazit
Abschließend hinterlässt die Olympus E-420 einen positiven Eindruck. Für den unschlagbar günstigen Preis liefert sie eine Topleistung. Die Bildqualität kann mit teureren Modellen gleichgesetzt werden. Der integrierte Live View Modus ist sonst nur bei hochwertigeren Modellen vorhanden. Die Geschwindigkeit der Kamera ist durchaus als schnell zu betrachten. Der starke Akku und die kompakten Abmaße runden das Gesamtpaket positiv ab.
Etwas negativ fällt die Bedienbarkeit auf, da hier das Auswahlmenü künstlich überfrachtet wurde. Zwar sind die Funktionen alle intuitiv zu finden, dennoch muss man bei einigen Auswahlmöglichkeiten überlegen. Die Unterschiede werden nicht immer gleich ersichtlich. Die Olympus E-420 ist eine echte Einsteigerkamera mit großem Potenzial.
Bewertung
| Bildqualität | 9 / 10 |
| Ausstattung | 8 / 10 |
| Ergonomie/Haptik | 7 / 10 |
| Geschwindigkeit | 8 / 10 |
| Gesamt | 8 / 10 |
Technische Daten
| Sensor | |
| Typ/Größe | 4/3 ” Live MOS Sensor |
| Auflösung | 3648 x 2736 / 11,8 Megapixel |
| Seitenverhältnis | 4:3 |
| Automatische Reinigung | Supersonic Wave Filter |
| Aufnahme | |
| Anzahl AF-Sensoren insg./ davon Kreuzsensoren |
3 Punkte / Automatische und manuelle Auswahl – bei Kontrastmessung AF 11 Messpunkte |
| Verschlusszeiten | 1/4000 – 60s |
| Blitzsynchronzeit | 1/180s |
| Belichtungsmessung | 49 Zonen Mehrfeld-Belichtungsmess-System |
| Belichtungskorrektur | +/- 5 EV / 1/3 Schritte |
| ISO-Manuell / ISO-Auto | ISO 100 – 1600 / ISO 100 – 1600 |
| Weißabgleich | +/- 7 entlang der A-B-/G-M-Achse (in Auto, voreingestelltem und Sofort-Weißabgleich) |
| Video-Funktion | Nein |
| Ausstattung | |
| Bajonett | Four Thirds |
| Display Größe / Auflösung | 6,9 cm / 230.000 Pixel |
| Liveview | Ja |
| Leitzahl interner Blitz | 12 |
| Schnittstellen | Hi-Speed USB 2.0 |
| Speichermedium | Zwei Kartenslots für CompactFlash (Typ I und II), Microdrive und xD-Picture Card |
| Abmessungen (BxHxT in cm) | 129,5 x 91 x 53 mm |
| Gewicht Gehäuse | 380 g (nur Gehäuse) |
| Geschwindigkeit | |
| Einschaltzeit | 1,3s |
| Auslöseverzögerung | 0,3s |
| Bilder pro Sekunde | 3,5 Bilder pro Sekunde |




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