Olympus E-520

Kurzbeschreibung

Olympus E-520 FrontGutes noch besser machen ist eine Kunst, die nur den Wenigsten gelingt. Auch im Sport gilt deshalb oft die Regel: Nach oben kommen ist einfach, doch oben bleiben ist schwer. So ging es auch Olympus. Denn die Spezialisten auf dem Markt der digitalen Fotografie, haben mit der Olympus E-510 einen wahren Volltreffer gelandet. Nun kommt die E-520 auf den Markt und soll alle Vorzüge der E-510 bieten und natürlich grundlegend weiter verbessert worden sein.

Bildqualität

Die E-520 vertraut wie ihre Vorgängerin über einen FourThird-Sensor mit einer Auflösung von 10 Megapixeln. Aus diesem Grund erwartet man keine große Verbesserung bei der Bildqualität, immerhin hat die E-510 tolle Ergebnisse gezeigt. Doch die Erwartungen werden deutlich übertroffen, denn Olympus hat die Charakteristik des Sensors etwas verändert. Die Änderungen waren erfolgreich, denn dadurch wurden die Farbtreue und die Detailgenauigkeit weiter verbessert. Positiv wirkt sich auch die eingebaute Rauschunterdrückung aus. Bei niedrigen ISO-Werten greift die Unterdrückung noch nicht ein, deshalb liegt die E-520 hier auf dem Niveau der Konkurrenz. Allerdings auf der Höhe der Konkurrenten auf den Spitzenplätzen. Im Klartext bedeutet das, dass es praktisch kein Rauschen gibt. Erst ab ISO 400 vernimmt man leichtes Rauschen. Dieses Rauschen setzt sich in etwa linear fort, ab ISO 800 greift die Rauschunterdrückung effektiv ein. Hier kann die Olympus E-520 deutlich punkten, denn hier besitzt sie praktisch ein Alleinstellungsmerkmal. Nachteilig wirkt sich die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung der Einstellungen beim Betrachten der Bilder auf. Das geringe Rauschen durch die Rauschunterdrückung verursacht Fotos, die etwas weichgezeichnet wirken. Dementsprechend ist das Kontrastverhältnis etwas durchwachsen. Bei normalen Aufnahmen, mit niedrigen ISO Werten und bei Aufnahmen mit den voreingestellten Standardmodi, ist das Kontrastverhältnis gut. Die Bilder wirken gestochen scharf und besitzen die entsprechende Farbtreue. Unter schwierigeren Bedingungen und bei höheren ISO Werten wendet sich jedoch das Blatt. Kontrastgrenzen verschwimmen leicht und das Bild wirkt, wie bereits angesprochen, weichgezeichnet.

Grundsätzlich ist die Kritik ein Jammern auf hohem Niveau, denn die E-520 liefert Bilder in Spitzenqualität. Logisch ist jedoch, dass etablierte und erfolgreiche Kameras genauer unter die Lupe genommen werden. Die angesprochene Problematik in der Einleitung kann sich also die E-520 nicht entziehen, das Ergebnis ist jedoch eindeutig: weiterhin platziert in der Spitzengruppe.

Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit der Kamera wurde auch verbessert. Die E-520 schafft bei Serienbildaufnahmen nun 3,4 Bilder pro Sekunde. Damit liegt sie leicht über der Schwelle zwischen gut und befriedigend. Die Schwelle liegt im Übrigen bei 3 Bildern pro Sekunden. Auch die Einschaltzeit der Kamera wurde im Vergleich zum Vorgängermodell auf 1,1 Sekunden reduziert. Damit werden spontane Fotoaufnahmen durch die schnelle Bereitschaft begünstigt, in der Praxis ist dieser Umstand ein echter und angenehmer Vorteil.

Ausstattung

Olympus E-520 BackDie Ausstattung der Olympus E-520 ist als komplett zu bezeichnen. Die Kamera besitzt einen eingebauten Bildstabilisator und kann daher mit allen Objektiven genutzt werden. Vorteilhaft ist dies, da so keine Bilder verwackeln und keine teuren Objektive mit Stabilisator benötigt werden. Das Display auf der Rückseite wurde auf den Stand der Technik gebracht und entsprechend vergrößert. Nun misst das Display 2,7 Zoll in der Diagonalen. Auch die Auflösung ist gestiegen, damit wird das Olympus Display zu einer gestochen scharfen Bildbetrachtungsmöglichkeit. Selbst kleine Details werden auf dem Display gut angezeigt. Die Verbesserung des Displays ist aber eine Huldigung an den ebenfalls überarbeiteten Live View Modus. Diese Funktion ist nämlich deutlich schneller geworden und stellt damit eine echte Alternative zum herkömmlichen Sucher dar. Der Autofokus besitzt eine Phasendifferenzmessung, dabei wird der Autofokus über den Bildsensor gesteuert. Der Spiegel wird nicht mehr bewegt. In der Praxis sind die Unterschiede und die Schnelligkeit deutlich zu spüren. Damit die Bildqualität weiter verbessert wird, besitzt die Kamera eine Gesichtserkennung für kontrastreichere Bilder und eine Schattenaufhellung. In der Praxis arbeiten die Systeme leider etwas gegensätzlich, wie man beim Test der Bildqualität gesehen hat. Die Auflösung von 10 Megapixeln ist sicherlich an der unteren Grenze der digitalen Spiegelreflexkameras angesiedelt.

Das Menü ist wie bei Olympus eigentlich selbstverständlich leicht zu bedienen und alle wichtigen Funktionen lassen sich schnell und einfach finden. Dank der guten Sortierung, werden auch keine langen Ladezeiten des Menüs benötigt. Der mitgelieferte Akku macht seine Aufgabe in der Kamera noch mal besser, denn die Kamera besitzt nun eine deutlich längere Standzeit. Aufnahmen von rund 1300 Bildern sind ohne Nachladen möglich.

Abschließend fällt bei der Betrachtung der Ausstattung nichts Negatives auf, es ist alles an Bord was man sich wünscht. Ein nächstes Nachfolgemodell könnte schließlich über einen Videomodus verfügen, die Anlagen hat die E-520 durch den perfekten Live View und das tolle Display bereits jetzt inklusive.

Besonderheiten

Die Besonderheiten der Kamera liegen klar in der Tatsache, dass Olympus es geschafft hat, eine sehr gute Kamera noch besser gemacht zu haben. Die zahlreichen Hilfsmittel bei der Aufnahme unterstützen den Hobbyfotografen bei dem Ablichten eines idealen Bildes. Gesichtserkennung, Schattenaufhellung, Live View, Bildstabilisator und Rauschunterdrückung heißen hier die Schlagworte. Mit Hilfe der installierten Standardaufnahmemodi erzielt man wirklich perfekte Bilder ohne große Kenntnisse, denn die Kamera macht praktisch alles selbst. Ob das von ambitionierten Fotografen gewollt ist, bleibt fraglich. Unter Laborbedingungen zeigt sich aber auch deutlich, dass viele Köche den Brei verderben. Im Endeffekt bremsen sich die Hilfestellungen gegenseitig aus. In der Praxis können die Funktionen aber klar überzeugen, denn die Zielgruppe der Kamera wird vermutlich mehr mit den Standardaufnahmen fotografieren, als viel mit den Einstellmöglichkeiten herum zu experimentieren.

Beim neuen Live View Modus hat man in die technische Trickkiste gegriffen und die Funktion des Autofokus über den Bildsensor realisiert. Die Geschwindigkeit wurde dadurch, wie bereits erwähnt, deutlich verbessert. Sogar professionelle Fotografen werden so denn Spaß des Live View Modus schätzen lernen, wenn gleich er nicht den normalen Sucher ersetzen kann.

Fazit

Olympus E-520 SeiteDie Olympus E-520 ist eine ausgereifte Spiegelreflexkamera mit einer tollen Ausstattung und ohne große Schwächen. Die weichgezeichneten Bilder bei hohen ISO Werten werden in der Praxis nicht ins Gewicht fallen, nur bei genauer Betrachtung und einer präzisen Fotografie kann dieser Umstand störend wirken. In der Regel werden die wenigsten unter Laborbedingungen fotografieren. Dank der schnellen Arbeitsweise und der guten Bildqualität ist die Kamera auch für berufliche Einsätze zu gebrauchen, der Bildstabilisator sorgt dafür dass alle Objektive genutzt werden können. Damit ist bewiesen, dass Olympus in der Lage ist, gute Produkte noch besser machen zu können. Schon jetzt freut man sich auf das Nachfolgemodell.

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