Pentax K200D

Kurzbeschreibung

Im Jahr 2006 ist Pentax mit der K10D auf den Markt gedrungen und hat gleich einen Paukenschlag verzeichnet. Die digitale Spiegelreflexkamera hat auf Anhieb die Modelle von Canon und Nikon, beinahe um Längen, geschlagen. Die neue K200D vertraut auf die gleiche technische Ausgangsbasis und ist in Details optimiert, dass sollte doch für einen weiteren Paukenschlag reichen, oder?

Bildqualität

In Sachen Bildqualität wird einem schnell klar, dass die Pentax K200D nicht das Optimum darstellt. Aus dieser Sicht ist die bewährte Technik zum teureren Preis wohl doch eher unbefriedigend.
Nichts desto trotz vertraut die K200D auf einen 10 Megapixel CCD-Sensor. Dieser verfügt über das APS-C-Format. Die Auflösung ist mit anderen Konkurrenzmodellen vergleichbar und liegt nur geringfügig unter der hoch gelobten K10D Kamera. Allerdings wird einem beim Modellvergleich schnell klar, dass 10 Megapixel heute eher die Untergrenze darstellen. Diese Tatsache kann aber nicht alleine dafür verantwortlich gemacht werden, dass die Kamera im Kapitel der Bildqualität relativ schwach abschneidet. Die Detailtreue der aufgenommen Bilder ist für eine 10 Megapixelkamera angemessen und durchaus auf hohem Niveau. Schwächen erlaubt sich die Kamera beim Bildrauschen. Bei Werten um ISO 100 vermittelt die K200D ein Rauschverhalten, welches andere Kameras erst bei ISO 400 erreichen. Darunter fällt auch die K10D.

Sehr enttäuschend ist hingegen die Farbtreue. Auch ein Laie bemerkt bei einer Betrachtung der Bilder, dass die Farben unnatürlich wirken. Ein manueller Weißabgleich funktioniert auch nur bedingt. In Sachen Farbtreue ist die Pentax K200D eher mit einer normalen Kompaktkamera zu vergleichen. Bei diesen Kameras beschwert sich niemand über unnatürliche Bilder, doch von einer Spiegelreflexkamera erwartet man einfach mehr. Möglicherweise ist dieser Mangel aber durch ein Update der Firmware zu beseitigen, Pentax könnte diesen schwerwiegenden Fehler jedenfalls recht einfach abmildern.

Die mangelnde Bildqualität wird definitiv nicht durch schlechte Komponenten ausgelöst, denn diese sind wie angesprochen mit dem Schwestermodell K10D identisch. Des Weiteren sorgt ein eingebauter Bildstabilisator für unverwackelte Bilder. Auch beim Kontrastverhältnis schneidet die Kamera gut ab, denn die entsprechenden Konturen werden schön hervorgehoben.
Die Pentax K200D ist trotz der Schwäche keine schlechte Kamera, die Ansprüche sind einfach gestiegen und es gibt ein großes Konkurrenzumfeld – dieses kann halt vieles besser.

Geschwindigkeit

Auch bei der Geschwindigkeit schneidet die Pentax K200D nicht besonders gut ab. Die Auslöseverzögerung für ein einfaches Bild ist noch auf dem Stand der anderen Modelle, aber die Serienfunktion ist zu langsam. Die Kamera schafft nur 2 Bilder in einer Sekunde, hält man länger drauf werden genau genommen 2,3 Bilder aufgenommen. Digitale Spiegelreflexkameras sollten doch etwas schneller sein, alles was über 3 Bilder pro Sekunde liegt ist gut. Zum Vergleich schaffen Topmodelle bis zu 5 Bilder in der Sekunde. Wer im RAW-Format fotografiert, schafft gar nur 1,2 Bilder.

Ausstattung

Die K200D hat im Test schon einige Federn lassen müssen, doch bei der Ausstattung kann die Kamera wieder voll punkten, denn nur wenige Kameras bieten soviel wie die Pentax.
Die Kamera besitzt neben dem herkömmlichen JPEG-Format auch die Möglichkeit im Profi RAW-Format zu fotografieren. Dies macht die Kamera vom Prinzip her auch für Profis interessant, wären da nicht die Schwächen bei der Bildqualität.

Des Weiteren überzeugt die Kamera mit einem großen 2,7 Zoll Display auf der Rückseite. Dieses Display zeigt die aufgenommenen Bilder sehr detailgenau und ermöglicht es einem, durch einen Zoommodus, bestimmte Stellen oder Objekte genauer zu betrachten. Das Display sitzt in einem äußerst stabilen Gehäuse, welches einen soliden Eindruck hinterlässt. Sehr erfreulich ist, dass das Gehäuse staub- und wassergeschützt ist. Dem Einsatz im Freien steht somit wirklich nichts im Weg. Zusätzlich verfügt die K200D über eine Reinigungsfunktion des Sensors.

Positiv fällt auch der eingebaute Bildstabilisator auf, dieser sorgt für ein entspanntes Fotografieren und ermöglicht auch in schwierigen Situationen ein scharfes Bild. Der Stabilisator gehört zwar heute mehr oder weniger zum Standard, doch verzichten viele Konkurrenzmodelle in dieser Preisklasse darauf. Erfreulich also, dass Pentax hier nicht gespart hat und keine teuren Objektive, die wiederum mit einem Bildstabilisator ausgerüstet sind, nötig werden.

Wer mit der Pentax K200D auf eine Tagestour gehen will, sollte sich genügend Batterien einpacken. Ja Batterien! Leider verfügt die Pentax Kamera nicht über einen leistungsstarken und zeitgemäßen Lithium Ionen Akku, sondern über 4 AA-Batterien (Mignon). So gerüstet macht die Kamera, je nach Qualität und Stärke der Batterien, unterschiedlich viele Bilder. Wirklich effizient und umweltfreundlich ist dies nicht und unterwegs macht das Batterien wechseln auch keinen Spaß.

Besonderheiten

Leider lassen sich bei der Pentax K200D keine wirklichen Besonderheiten nennen, deswegen bleibt einem nur die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten zu erwähnen, die aber wiederum dank der schlechten Farbtreue nicht ihre eigentliche Leistung bringen können. Dennoch ist das Menü der Kamera einfach zu bedienen, alle Features lassen sich einfach und ohne große Vorkenntnis finden. Über ein außen liegendes Einstellrad, lassen sich zahlreiche voreingestellte Aufnahmeprogramme auswählen. Diese gehören zum Standard und besitzen andere Kameras auch. Die Einstellmöglichkeiten der ISO-Werte und der manuelle Weißabgleich funktioniert auch ohne großes Rätselraten. Wie bereits erwähnt sind die Änderungen aber nicht wirklich hilfreich, denn die Hardware oder besser gesagt die Software der Hardware, sind einfach nicht gut ausgelegt.

Wirklich erfreulich ist die Tatsache, dass die Pentax Kamera auf eine ausgereifte Technik einer bewährten Kamera basiert. Auch der Bildstabilisator ist oftmals ein Bauteil, welches aus Kostengründen gerne auf die Abschussliste gesetzt wird. Alles in allem ist die Kamera bestens ausgestattet und muss sich von der Funktionalität und der Bedienung nicht hinter anderen Modellen verstecken. Im Detail steckt der Fehler und der muss ausgemerzt werden.

Fazit

Im abschließenden Fazit bleibt eigentlich nur ein großes Fragezeichen, denn Pentax bringt ein, wenn ehrlicherweise kein direktes, Nachfolgemodell für die überaus erfolgreiche Pentax K10D, verlangt mehr Geld und liefert eine indiskutable Leistung an. Die Kamera kann dank der guten technischen Komponenten eigentlich viel mehr, irgendwo ist in der Entwicklung etwas schief gelaufen.
Viele Detaillösungen können je doch überzeugen, so ist das einfache Menü mit den zahlreichen Möglichkeiten genauso zu erwähnen, wie das spitzenmäßige Gehäuse. Vor allem der integrierte Staub- und Wasserschutz lässt auf tadellose Funktion in staubigen Regionen schließen.

Leider ist die Kamera nicht direkt zu empfehlen, denn die günstigere K10D liefert einfeutig bessere Ergebnisse. Es bleibt zu hoffen das Pentax auf die Kritik reagiert und nachbessert. Normalerweise dürfte mit einem einfachen Update der Firmware die Fehler behoben bzw. vermindert werden. Die technischen Komponenten stehen jedenfalls für herausragende Ergebnisse.

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