Pentax K20D
Viele digitale Spiegelreflexkameras von Pentax haben in der Vergangenheit für teilweise enttäuschende Ergebnisse gesorgt. Besonders im Einsteigerbereich hat Pentax mit besonders günstigen Modellen nicht unbedingt punkten können. Dies ist bislang auch nicht anders geworden, doch mit der K20D bietet Pentax
Bildqualität
Beim Kapitel Bildqualität ist die oben gestellte Frage nicht eindeutig mit Ja zu beantworten, die Pentax K20D bringt dennoch einen CMOS Sensor mit 14,5 Megapixeln mit. Die Auflösung des Sensors beträgt maximal 2431 x 2351 Linien. Diese Auflösung bleibt auch über den gesamten Wertebereich nahezu konstant. Das Bildrauschen ist bei der Pentax K20D bis ISO 800 zu vernachlässigen, hier lässt die Kamera also nichts anbrennen und sieht sich somit in klarer Schlagdistanz zu den Konkurrenzmodellen. Ab ISO 800 nimmt das Rauschen leicht zu, steigert sich aber überproportional und wirft einen Schatten auf die vorigen Ergebnisse. Auch bei der Farbtreue kann die Pentax nicht das halten was sie verspricht. Leider wirken die Bilder immer etwas unnatürlich, zwar können die Bilddetails und damit auch die Farbtreue im Menü angepasst werden, jedoch dauert es ewig bis der passende Modus gefunden wird. Am ehesten klappt es noch wenn der Weißabgleich manuell vorgenommen wird. Selbst bei guten Lichtverhältnissen und unter Tageslicht wird man den Eindruck nicht los, dass die Farben nicht ganz korrekt wiedergegeben werden. Dieser Umstand ist natürlich frappierend, vor allem dann, wenn man so etwas nicht von einer digitalen Spiegelreflexkamera erwartet. Positiv ist dagegen das wirklich gute Kontrastverhältnis, Ecken und Kanten werden schön hervor gehoben und entsprechend betont.
Die zahlreichen Bildmodi der Kamera lassen dem Fotografen zahlreiche Möglichkeiten und helfen beim erstellen des idealen Fotos. Wäre die Schwäche bei der Farbtreue nicht, dann hätte die Kamera wahrscheinlich ein spitzenmäßiges Ergebnis erzielt. So bleibt leider ein etwas enttäuschender Eindruck zurück. Man darf sich die Schwäche nicht übermäßig vorstellen, jedoch fällt sie auf und das ist eben nicht gut. Wenn man bedenkt, dass die Bildqualität das Hauptmerkmal einer digitalen Spiegelreflexkamera ist, dann muss man sich schon fragen, warum man die Pentax K20D kaufen sollte. Die gute Auflösung könnte beispielsweise ein Argument sein.
Geschwindigkeit
Auch bei der Geschwindigkeitsmessung kann die Pentax K20D nicht voll überzeugen, denn auf der einen Seite besitzt sie eine ultraschnelle Auslöseverzögerung (0,3 Sekunden) und auf der anderen Seite schafft sie nur 2,7 Bilder pro Sekunde im JPEG Format. Nutzt man das professionelle RAW Format werden es gar nur 2,2 Bilder pro Sekunde. Die Schwelle an der sich schnelle Kameras von langsamen Kameras trennen, liegt bei 3 Bildern pro Sekunde. Wobei einige Kamera der Konkurrenz bald dreimal so viele Bilder aufnehmen können.
Ausstattung
Nun kommen wir zum Kapitel, wo die Pentax K20D endlich punkten kann – die Ausstattung. Diese ist komplett und übertrifft die Erwartungen, vor allem wenn man andere Einsteigermodelle von Pentax kennt.
Die K20D besitzt einen eingebauten Bildstabilisator, dieser ermöglicht unverwackelte Aufnahmen und ruckelfreie Bilder. Vorteilhaft ist auch, dass keine teuren Objektive mit Stabilisator benötigt werden. Da viele ältere Pentax Objektive im Umlauf sind, können diese problemlos weiter benutzt werden. Die Pentax besitzt zu dem eine integrierte Sensorreinigung, diese schüttelt bei jedem Ausschalten den Staub vom Sensor. Allerdings ist diese Funktion eigentlich nur beim Objektivwechsel nötig, da die Pentax über ein Staub und Feuchtigkeit geschütztes Gehäuse verfügt.
Praktisch für erfahrene Fotografen ist das schnelle Wechseln der einzelnen Fotoformate. So kann man per Tastendruck vom JPEG ins RAW oder ins Adobe DNG Format wechseln. Dazu gibt es zahlreiche Einstellmöglichkeiten, die beinahe jede Situation beherrschen. Der Autofokus besitzt 11 Punkte, 9 davon sind als Kreuzsensor ausgeführt. Dadurch erklärt sich wohl das gute Abschneiden beim Kontrastverhältnis.
Der Live View Modus ist das Sahnehäubchen der Kamera, denn dieser ermöglicht es, das gute Display als Sucher zu benutzen. Leider ist der Live View Modus nicht der Schnellste, jedoch macht die Funktion deutlich Spaß und kommt zudem dem Hobbyfotografen zu Gute. Im Übrigen ist das eingebaute Display auch aller Ehren wert, denn es verfügt über eine gute Auflösung und ist groß genug um als geeigneter Sucher und als Anschauungsmedium für aufgenommene Bilder zu fungieren.
Besonderheiten
Die Besonderheiten der Kamera liegen auf der Hand, denn wirklich viele gibt es bei der Pentax K20D nicht zu nennen. Sie besitzt einen Sensor mit 14,5 Megapixeln, dies ist ein guter Wert und reicht beinahe an die Spitze heran. Die meisten Konkurrenzmodelle verfügen nur über rund 12 Megapixel. Leider kann die Kamera die Stärken des Sensors nicht ganz ausnutzen, denn die mangelnde Farbtreue kann auch der grandiose Sensor nicht aufheben. Wer viele Aufnahmen macht, die anschließend stark vergrößert werden, ist mit der K20D gut bedient. Denn bis in größte Formate werden die Bilder ohne Pixelerkennung dargestellt. Bei starken Vergrößerungen verschwimmen naturgemäß die Kontraste etwas und die Farben verlieren etwas an Natürlichkeit. Ideal also für die Pentax K20D.
Das weitere Highlight ist ohne Zweifel die komplette und funktionale Ausstattung. Die Kamera hat alles an Bord was man sich als Fotograf wünscht. Die meisten Ausstattungsmerkmale funktionieren in der Praxis auch wirklich gut, leider kann beispielsweise der Live View nicht ganz überzeugen. Andere Modelle können dies schon wesentlich schneller. Problematisch ist für die Pentax eben, dass sie nicht mit modernen Innovationen aufweisen kann. Sie bietet alle Funktionen die andere Kameras auch haben und setzt eben im Detail noch einen oben drauf. Dabei ist der Entwicklungsabteilung von Pentax und Samsung leider an einigen Stellen die Leidenschaft ausgegangen, denn mit wenigen Handgriffen hätten die Kritikpunkte abgemildert oder gar vermieden werden können.
Fazit
Die Pentax bleibt abschließend mit gemischten Resultaten im Hinterkopf. Sie ist als ernstzunehmende Konkurrenzkamera anzusehen, dennoch leistet sie sich Schwächen die in diesem Bereich nicht passieren dürfen. Vor allem dann, wenn die Technik und die Peripherie so stimmig ist wie hier. Besonders gut gefallen haben die einfache Bedienung und die umfangreiche Ausstattung. Die Pentax K20D stellt eine Alternative dar, jedoch ist sie aus Testsicht noch zu weit entfernt um deutlich teureren Kameras auf die Pelle rücken zu können. Pentax sollte erstmal versuchen die bestehenden Mängel auszubessern, bevor man noch einen weiteren Angriffsversuch auf den Spitzenplatz wagt.




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