Pentax K7

Kurzbeschreibung

Der Markt für digitale Spiegelreflexkameras wird hauptsächlich von zwei großen Firmen bestimmt, Canon und Nikon. Doch auch abseits der Produkte dieser beiden Platzhirsche gibt es Kameras, die es wert sind, genauer betrachtet zu werden. So brachte die Firma Pentax beispielsweise mit ihrer K7 ein Produkt in die Geschäfte, das in der Lage sein könnte, seinen berühmten Konkurrenten das Wasser zu reichen. Wir haben uns näher mit der K7 beschäftigt, um dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Bildqualität

Die Pentax K7 verfügt über einen CMOS-Sensor, der 14,6 Megapixel mitbringt. Das mag zwar heute nicht mehr unbedingt dem neusten Stand der Technik entsprechen, aber wer das ständige Rennen nach mehr Bildpunkten nicht mitmachen möchte, kann auch in dieser Größenordnung gute Ergebnisse erzielen.

Das wohl größte Problem der K7 offenbart sich, wenn sie mit hohen ISO-Werten fotografiert. Hier tritt ein überdurchschnittlich hohes Rauschen auf, das ab einem ISO-Wert von ungefähr 800 beginnt, sich wirklich störned auszuwirken. Der Fotograf ist hier also besser beraten, wenn er versucht, sein Motiv aufzuhellen, anstatt die Lichtempfindlichkeit der Kamera zu erhöhen. Der in die K7 integrierte Blitz kann hier zwar helfen, den ISO-Wert etwas niedriger zu halten, macht das aber nur zu dem Preis, dass die Bildränder bei Blitzlichtaufnahmen leicht unscharf werden. Ein minimaler Qualitätsverlust hin zu den Rändern ist zwar auch bei Aufnahmen ohne Blitz zu beobachten, diese fallen aber so gut wie gar nicht ins Gewicht.

Geschwindigkeit

Die Auslöseverzögerung der K7 ist so gering, dass sie in der Praxis kaum auffallen dürfte. Egal ob das Bild vorher noch manuell oder automatisch scharf gestellt werden muss, oder die Kamera im Sucherbetrieb oder im Live-View-Modus benutzt wird, die Kamera fotografiert in weniger als einer Sekunde. Nur wenn zusätzliche Filter benutzt werden, kann das Auslösen ein paar Sekunden länger dauern. Serienbilder kann die K7 natürlich auch schießen und das sogar äußerst schnell. Die Frequenz der Kamera liegt dabei bei über fünf Bildern pro Sekunde, die so geschossen werden können. Eine Serie kann dabei aus maximal 23 Bildern bestehen. Beides sind beachtliche Werte, die fast alle Ansprüche erfüllen sollten, die ein Fotograf in dieser Hinsicht haben kann.

Ausstattung

Verglichen mit anderen Spiegelreflexkameras aus der gleichen Preisklasse sticht besonders eine Eigenschaft der Pentax K7 hervor, das Fehlen sämtlicher Motivprogramme, die die Bedienung der Kameras gerade für Anfänger oft komfortabel gestaltet. Der erfahrene Nutzer hat zwar erstaunlich viele Möglichkeiten, die Einstellungen der Kamera auf seine Bedürfnisse anzupassen, nur erfordert das eben teilweise Kenntnisse, die sich manch ein Hobby-Fotograf noch aneignen muss. Wer noch unerfahren ist und sich auf die Hilfe seiner Kamera verlassen möchte, die richtigen Einstellungen zu wählen, sollte sich den Kauf einer K7 daher ein zweites Mal überlegen.

Es gehört mittlerweile schon zum guten Ton, dass eine digitale Spiegelreflexkamera auch Videos aufzeichnen kann und die K7 macht hier keine Ausnahme. Allerdings muss gesagt werden, dass sie im Gegensatz zu vielen ihrer Artgenossen, die Bewegtbildaufnahmen nur in 720p speichern kann. Wer von seiner Kamera erwartet, dass sie echtes Full-HD beherrscht, wird also enttäuscht werden. Dafür hat die K7 allerdings andere Qualitäten, die das Filmen erleichtern. So arbeitet der Bildstabilisator zuverlässig und die Kamera besitzt mit einem HDMI-Ausgang und der Möglichkeit, ein externes Mikrofon anzuschließen, die wichtigsten Anschlüsse, die eine Kamera für Videoaufnahmen haben sollte. Nur der Autofokus steht leider nicht zur Verfügung.

Positiv fällt der Monitor der K7 auf, der mit 3 Zoll angenehm groß geraten ist und mit rund 900.000 Pixeln ein erfreulich scharfes Bild liefert. Darüber hinaus leuchtet er auch hell genug, dass auch es bei Sonnenschein ohne größere Probleme möglich ist, die Kamera im Live-View-Modus zu verwenden. Da in diesem Modus allerdings der Autofokus etwas langsam arbeitet, erfreut es umso mehr, dass auch der Prismensucher überzeugen kann.

Ein besonderes Feature liefert die K7 mit ihrer Ausricht-Hilfe. Wenn diese aktiviert ist, zeigt die Kamera eine Art Wasserwaage, die dem Benutzer anzeigen soll, ob er die Kamera gerade hält. Wer nicht vom Stativ fotografiert, wird sich also besonders über diese Funktion freuen, da unabsichtlich schiefe Bilder damit quasi der Vergangenheit angehören.

Besonderheiten

Die K7 hat das Potenzial dazu, sich zur echten Outdoor-Kamera zu entwickeln. Besonders zwei ihrer Eigenschaften machen sie besonders dazu geeignet, draußen auch unter widrigen Umständen genutzt zu werden. Zum einen ist da die Tatsache, dass das Gehäuse der K7 dahin gehend optimiert ist, das Innenleben der Kamera gegen Spritzwasser zu schützen. Ihre Magnesium-Legierung und die über 75 Dichtungen, die in der K7 verbaut wurden, machen sie prädestiniert dafür, unter freiem Himmel genutzt zu werden. Das hat allerdings auch den Preis, dass die Kamera nicht gerade leichter wird. Und mit einem Gewicht von rund 750 Gramm zählt die K7 wohl zu den schweren Spiegelreflexkameras, die auf dem Markt zu haben sind.

Darüber hinaus verfügt die K7 über einen Lowpass-Filter, der vor dem Sensor angebracht ist und helfen soll, den auf dem Foto sichtbaren Staub zu minimieren. Dieses Staubreduzierungssystem trägt den Namen DRII und stellt sich gerade im Außeneinsatz als willkommene Verbesserung dar.

Eine weitere Besonderheit der Pentax K7 ist ihre Fähigkeit, sogenannte HDR-Fotos selbstständig zu erzeugen. Das sind High Dynamic Range Aufnahmen, die normalerweise erst mit einem Computer erstellt werden müssen. Besitzt ein Motiv einen Kontrastumfang, den die Kamera nicht vollständig abdecken kann, gibt es die Möglichkeit, das Motiv mit drei verschiedenen Blenden zu fotografieren und die Einzelbilder zu einem neuen Bild mit höherem Kontrastumfang zusammenzusetzen. Was üblicherweise erst recht aufwendig am PC erstellt werden muss, schafft die K7 völlig selbstständig in nicht mal einer Sekunde und die Ergebnisse müssen auch den Vergleich mit aufwendiger erzeugten HDR-Fotos nicht scheuen.

Fazit

Die Pentax K7 unterscheidet sich in einigen Punkten von dem meisten anderen digitalen Spiegelreflexkameras. Nach heutigen Standards hat sie vergleichsweise wenig Megapixel und ist überdurchschnittlich schwer. Sie kann Videos nur in 720p aufnehmen, dafür aber HDR-Fotos erstellen. Sie lässt sich äußerst detailliert einstellen, hat aber keinerlei Motivprogramme. Wer gerade diese Vorteile sucht und bereit ist, die Nachteile in Kauf zu nehmen, ist mit der K7 sicherlich gut beraten. Als Einstigerkamera mag sie weniger geeignet sein, aber erfahrenere Fotografen könnten durchaus mit ihr zufrieden sein, gerade wenn man sie als Zweitkamera für den Außeneinsatz verwenden will.

Bewertung

Bildqualität 9 / 10
Ausstattung 8 / 10
Ergonomie/Haptik 8 / 10
Geschwindigkeit 8 / 10
Gesamt 8 / 10

Technische Daten

Sensor
Typ/Größe CMOS mit Primärfarbfilter 23,4mm x 15,6mm
Auflösung eff. 14,6 Megapixel
Seitenverhältnis 3:2
Automatische Reinigung Ja, Ultraschallsystem
Aufnahme
Anzahl AF-Sensoren insg./
davon Kreuzsensoren
11/9
Verschlusszeiten 1/8000 – 30s
Blitzsynchronzeit 1/180s
Belichtungsmessung 77-Segment-TTL-Offenblenden-Matrixmessung
gekoppelt mit AF- und Objektiv-Information,
umschaltbar zwischen Matrixmessung,
mittenbetonter Messung und Spotmessung
Belichtungskorrektur +/- 5 Blendenstufen
ISO 100-3200, auf 6400 erweiterbar
Weißabgleich automatisch oder manuell
Video-Funktion Ja
Ausstattung
Bajonett PENTAX KAF2-Bajonett, PENTAX KAF3-, KAF2-,
KAF- und KA-Bajonett
Display Größe / Auflösung 3,0” TFT Farbmonitor mit 921.000 Bildpunkten
Liveview Vorhanden
Leitzahl interner Blitz 13
Schnittstellen •USB 2.0 (High Speed), AV (kompatibel mit NTSC und PAL)
Kabelauslöser, HDMI-Schnittstelle, Stereo Mikrofon
Speichermedium SD-Karte, SDHC-Karte oder SDXC-Karte
Abmessungen (BxHxT in cm) ca. 131 x 97 x 73 mm
Gewicht Gehäuse ca. 670 g
Geschwindigkeit
Bilder pro Sekunde max. 5,2

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